Slowplayen in Stud Poker
![]() | Obwohl viele Spieler zu oft slowplayen, hat das trotzdem eine sehr starke strategische Kraft, besonders in Stud Poker. Deine Gegner sehen einige deiner Karten und ahnen schon etwas, aber du täuscht sie und spielst ein starkes Blatt sehr passiv. |
Slowplayen ist, wenn du absichtlich nicht bietest, obwohl du wirklich starkes Blatt auf der Hand hast, um so deine Gegener noch im Pott zu behalten. Hier täuschst du deine Gegner, indem du sie mit deinem Bietverhalten zu glauben bringst, dass du schlechte Karten auf der Hand hast. Es macht aber keinen Sinn zu slowplayen, wenn du nicht die stärkste Hand hast. Deine Gegner würden im Spiel bleiben, deine Hand und so auch dein Geld wären damit gefährdert. Du callst und gibst auf diese Weise deinen Gegnern billig die nächste Karte zu sehen. Wenn du hier bieten würdest, dann würden deine Gegner Angst bekommen und gleich folden. Das kannst du dir bei einer sehr guten Hand nicht leisten, denn so hast du auch weniger Spieler, die in den Pott setzen. Das Schlimmste wäre eigentlich, wenn alle Spieler gleich am Anfang ihr Blatt schmeißen würden, dann könntest du eigentlich mit deinem guten Blatt nichts gewinnen. Um viel aus deinen Gegnern rauszuholen, musst du wissen, wo und wie du slowplayen kannst, um damit die Stärke deiner Hand vorzutäuschen.
- Wenn du in 3rd Street ein Paar Asse hast, dann hast du das beste Blatt in der Runde. Wenn jemand bietet, dann callst du und hoffst, dass das andere auch tun. Besonders, wenn ein Ass als Door Card liegt, solltest du slowplayen, damit deine Gegner nicht merken, dass du noch einen Ass hast. Wenn du hier bieten würdest, dann könnte es in eine andere Richtung gehen und einige Spieler würden rausgehen. Einen sehr große Kraft hätte das Slowplayen in 3rd Street, wenn du hier einen Drilling haben würdest, besonders einen Drilling von Assen. Solche Karten sind sehr gut, sogar auch bis zum River, so dass du dir keine großen Sorgen machen musst, dass deine Hand an Wert verliert.
- Auch wenn du in 4th Street erst einen Drilling bekommst, kannst du sehr gut slowplayen. Wenn ein Paar als dritte und vierte offene Karte steht, dann sehen die anderen Spieler nur dieses Pärchen, sie denken oft nicht darüber nach, ob du vielleicht noch eine passende Karte haben könntest und damit einen Drilling. Sie gehen hier oft mit und deshalb solltest du nicht hier deine Karten aggressiv spielen und ihnen damit einen Tipp über deine Hand geben.
- Allgemein solltest du bei guten Händen deine Gegner doch mindestens bis 5th Street im Spiel behalten. Ab diesen Zeitpunkt kannst du anfangen, deine Karten zu beschützen und aggressiv zu spielen. Einerseits verdoppeln sich ab hier die Einsätze und andererseits könnte deine Hand langsam an Stärke verlieren, außer du hast schon jetzt eine Royal Flush, Straight (Ass-T) oder Full House. Viele Spieler fangen hier mit einem Full House aggressiv zu spielen, besonders wenn bei einem Spieler drei gleichfarbige offene Karten stehen. Sie vermuten gleich einen Flush dahinter. Die Wahrscheinlichkeit, dass so was schon hier vorkommt, ist sehr klein. Lasse doch deine Spieler noch zappeln. Du bekommst dann von ihnen die Bets, du kannst nur callen.
Obwohl das Slowplayen sehr oft eine strategische Kraft haben kann, gibt es auch hier Ausnahmen, wo das Slowplayen nicht so effektvoll ist. Du versuchst eigentlich mit dieser Strategie so viele Spieler im Pott wie möglich zu behalten, sie über den wahren Wert deiner Hand zu täuschen und sie in den letzten Runden zu bewegen, mehr zu bieten. Aber wenn deine Gegner loose sind und wenn ihr noch im niedrigen Limit spielt, dann solltest du schon mit deinen guten Karten raisen. Solche Gegner werden sowieso mitgehen, auch wenn sie schlechte Karten haben, nur um zu sehen, ob sie noch ihre Hand vielleicht in späteren Runden verbessern können. Mit deinem Raise hier, füllst du eigentlich gleich den Pott und mit slowplayen, lässt du sie für ihre Fehler zu wenig bezahlen.
Slowplayen ist eine Art der Täuschung, aber im Gegensatz zu Bluffen, kannst du fast in jeder Runde mit guten Karten slowplayen. Denn immer wieder wird es Gegner geben, die mitgehen, den Zweck deines passiven Spielstils nicht erkennen und dann verblüfft im Showdown schauen, wenn dein Blatt den Pott gewinnt.
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